Nach dem SPAR-Urteil: Wie geht es in Österreich 2012 mit Kindermarketing weiter?

Die Supermarktkette Spar ist Ende Dezember 2011 vom Salzburger Landesgericht wegen verbotener Kinderwerbung in der Aktion „Stickeralbum“ verurteilt worden. Der Slogan „Hol Dir das Buch!“ soll Kinder verbotenerweise (Ziffer 28 des Anhanges zum Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG)) direkt angesprochen haben.

Ich sehe in diesem Urteil einen wichtigen Schritt in Richtung Sensibilisierung der Öffentlichkeit und der Medien zum Thema Kindermarketing und Kinderwerbung in Österreich. In anderen Ländern schon lange an der Tagesordnung (z.B. USA, UK, Norwegen, Schweden), setzt man sich auch hierzulande langsam mit der verletzlichen Position der Kinder als Konsumenten auseinander.

Ich halte das aus zwei Gründen für eine begrüßenswerte Entwicklung:

1)      Endlich rücken wir auch in Österreich näher an ein verantwortungsvolles Konzept von Kindermarketing heran. Anstatt die Kommerzialisierung der Kindheit immer weiter voranzutreiben, werden Manager umdenken und sich ihrer Verantwortung Kindern und Familien gegenüber bewusst werden müssen.  Kinder sind eine wichtige Zielgruppe, aber die Zeiten haben sich geändert – heute müssen sie im Familienverband angesprochen werden und Eltern und Erzieher „mit ins Boot geholt“ werden.

2)      Unternehmen müssen  sich über ihre Werte in der Kinderansprache bewusst werden. Die Frage ist „Wofür stehe ich als Unternehmen und wie verhalte ich mich Kindern und Familien gegenüber?“ Unternehmen müssen ihren Anteil an der Konsum-Erziehung von Kindern leisten. Nur so kann langfristige Marken-Treue entstehen, und schlechte PR, wie hier im Fall Spar, vermieden werden.

Wie soll Kindermarketing in Zukunft gestaltet werden?

Hier ein paar Tipps für Sie:

1)      Denken Sie mehr „Familie“ und weniger „Kinder“. Natürlich müssen Sie wissen, was Kinder wollen und Ihre Marketingmaßnahmen danach ausrichten, aber bedenken Sie immer, wie sich die Eltern und Erziehungsberechtigte/Lehrer dabei fühlen. Fördern Sie ein Miteinander, lassen Sie die Eltern an Ihren Aktionen teilhaben.

2)      Bei der Wahl der Ansprachetechniken sollte  insbesondere der emotionale Entwicklungsverlauf von Kindern und Jugendlichen hinreichend berücksichtigt werden. Sie sollten genau wissen, welche Entwicklungsstufen Kinder durchmachen, ab wann sie erkennen, dass Werbung überzeugen will und nicht nur unterhalten; welche Charaktere/Maskottchen sie in welchem Alter gut finden; wie gutes Kinderdesign aussieht; ab wann sie informierte Kaufentscheidungen treffen können. Die Stickeralben von Billa und Spar hatten durchaus gute, edukative und familienfördernde Aspekte,  die in der Werbung dann leider nicht umgesetzt wurden.

Sie wollen mehr wissen? Kontaktieren Sie mich: office(at)kidsandfunconsulting(dot)com

About kidsandfunconsulting

Die Unternehmensberatung für verantwortungsvolles Kindermarketing
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