Was ist erlaubt im Kindermarketing ? (aus aktuellem Anlass)

In anderen Ländern (UK, Skandinavien) schon lange Diskussion – in Österreich erst seit Kurzem : Was ist erlaubt im Kindermarketing? Was ist “ethisch”? Wie sollen Unternehmen agieren?

Die Frage wird derzeit in den Medien (z.B.: Kosument, Wirtschaftsblatt) heftig diskutiert, da der VKI (Verein für Konsumenteninformation)  Spar und Billa auf Unterlassung der Werbeausage klagt- es geht um Botschaften wie “Hol dir dein Stickerbuch!” in der jetzigen Sticker-Aktion der beiden Handelsriesen. Die Klage bezieht sich auf  das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG) – im Anhang dieses Gesetzes wird eine „direkte Aufforderung an Kinder”, ein Produkt zu kaufen, untersagt. Ob Botschaften wie “Hol Dir Dein Stickeralbum” nun direkte Aufforderungen an Kinder sind oder nicht, wird das Gericht entscheiden.

Heutzutage sollte sich ethisches Kindermarketing aber nicht mehr nur an Kinder richten, sondern an die ganze Familie. Es soll ein Mehrwert geboten werden und die Eltern sollen in der gesamten Kommunikation eingebunden werden und in der „Konsumsozialisation“ ihrer Kinder unterstützt werden. Das heißt, Unternehmen sollten sich fragen“ Wie kann ich die Eltern unterstützen, den Kindern „kaufen“ zu lehren.“ Dies ist besonders bei kleinen Kindern wichtig, bis ca. 8 Jahre können Kinder nicht wirklich zwischen Werbebotschaften und anderen Sendungen unterscheiden.

Unternehmen, die an den Eltern vorbeiagieren, also Kinder direkt zum Kauf auffordern, agieren nicht ethisch. Das hilft niemandem – nicht den Unternehmen, die somit schlechte PR bekommen, nicht den Eltern, die nörgelnde Kinder vor sich haben und so letzten Endes auch nicht den Kindern.

Kinder sind ein großer Wirtschaftsfaktor als jetzige und zukünftige Kunden- Unternehmen sollten sich darauf konzentrieren, von Anfang an alles richtig zu machen.

Unternehmen, die mit Kindern in Verbindung treten, haben Verantwortung diesen Kindern und deren Familien gegenüber. Der erste Schritt einer erfolgreichen Marktkommunikation mit Kindern und Familien muss also sein, sich dieser Verantwortung bewusst zu sein und diese zu definieren:

  • Wofür steht mein Unternehmen?
  • Was möchte ich kommunizieren?
  • Wie kann ich ethisch agieren?
  • Was ist der Mehrwert an Familien, den ich biete?

Ein bisschen unter dem Motto „Mach dir auch die Eltern zum Freund, stell Dich auf ihre Seite“.

Kinderwerbung darf also genauso weit gehen, dass ALLE Beteiligten mit der angebotenen Kommunikation zufrieden sind: Eltern, Kinder, das Unternehmen und die Gesetze.

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass sich mit einem neuen Familienmodell auch die Ansprache von Kindern in der Werbung ändern muss. Heute sind Kinder wirtschaftlich gleichberechtigtere Familienmitglieder als noch vor 10 Jahren. Sie werden nach ihrer Meinung gefragt und dürfen bei Familien (Kauf) Entscheidungen mitsprechen. Wenn Unternehmen nun in der Werbung „ Kinder gegen Eltern“ ausspielen, bringt das keinen Erfolg mehr.

Und was ist mit der Rolle der Eltern? Eine solche Aktion wie jetzt bei Billa und Spar, kann auch eine gute Möglichkeit sein, den Kindern „Werbung„ zu erklären. Reden Sie mit Ihrem Kind, erklären Sie, warum Billa und Spar solche Aktionen machen, warum Werbung in unserer Gesellschaft so wichtig ist, und wie man aus den vielen Angeboten das Richtige für sich auswählt.

About kidsandfunconsulting

Die Unternehmensberatung für verantwortungsvolles Kindermarketing
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